Startseite arrow Wahrheit arrow Die Relativierung ...
 
 
Die Relativierung der Bibel ... PDF Drucken E-Mail
Beitragsinhalt
Die Relativierung der Bibel ...
2. Vom rechten Zugang zur Bibel
3. Heilsfragen und Geschichte
4. Der Autoritätsverlust der Bibel
5. Inspiration im Wandel der Zeiten
6. Offenbarung und Geschichte
7. Die Relativierung der Wahrheit
8. Das Ende des Ethos ...
9. Quo vadis Gemeinde Jesu?
Anmerkungen


4. Der Autoritätsverlust der Bibel

Die Autorität (3) der Schrift (4) geht aus ihrem Wesen hervor. (5) Sie ist die unmittelbare Folge der Inspiration. Die Bibel hat ihre Autorität, weil sie von Gott gegeben ist. (6) Die Autorität der Schrift verlangt Gehorsam. Jesus selbst stellt sich unter ihre Autorität. Er stellt kein Wort des Alten Testaments in Frage. Er erfüllt alle Verheißungen des Alten Bundes, indem er bis zum Tode am Kreuz gehorsam ist (Phil. 2,8). Die Autorität der Schrift besitzt keinen Zwangscharakter. Der Gehorsam ihr gegenüber geschieht freiwillig. Zudem hat die Autorität ihren Ursprung nicht in der Kraft der menschlichen Vernunft, sondern in Gott selbst. Sie ist geistlich. Die Autorität der Schrift ist Ausdruck der Autorität Gottes. (7) Sowenig wie Gott den Menschen sklavisch unterdrückt, ihm den eigenen Willen nimmt, ebenso wenig tut dies die Schrift. (8) Leider ist so die Autorität im umgekehrten Sinne in unserem Jahrhundert verstanden worden. Das Ziel der "Frankfurter Schule" der 60ziger und 70ziger bestand darin, jegliche Autorität abzuschaffen. Ihr Konzept bestand aus sechs Proklamationen: (9)


1) Herrschaft sei immer repressiv, das heißt sie will den Menschen ausbeuten und knechten.
2) Das heteronome, etwa durch ein Gebot, durch ein "du sollst" an den Menschen herangetragene Ethos sei schon Herrschaftsanspruch und deswegen zu verneinen.
3) Das Subjekt, der Mensch als Person, geht im Kollektiv unter. Nur der Beschluss der Gruppe zählt. Eine Autorität über der Gruppe wird abgelehnt. Rollen (von Mann und Frau) und Normen sind beliebig austauschbar. Die Gruppe (oder auch die Gesellschaft) bestimmt das Verhaltensmuster, also die Ethik. Die Gruppe ist alles, du bist nichts.
4) Das Ethos entsteht erst durch Diskussion in der Gruppe. Der Diskurs ist unendlich. Wer Gott als den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde bekennt, steht unter einem herrschaftslegitimierenden Weltbild, muss also außerhalb des Diskurses der Gruppe bleiben, die Ethos "macht" (Konsensusethik). Die Gruppe ist also der neue Gott, der neue Gebote gibt.
5) Alle herkömmlichen Werte und Normen werden "hinterfragt". Der Mensch hat keine Ehrfurcht mehr weder vor dem heiligen Gott noch vor seinem Wort. Die Bibel wird hinterfragt und verliert dadurch ihre Gültigkeit für "Glauben und Leben" des Christen.
6) Christliche Werte und Normen wie Ehe, Familie und Erziehung werden stets als Konflikte (Konfliktstrategie) durch die Massenmedien dargestellt und somit dem Menschen madig gemacht. Der Konflikt schafft revolutionäres Bewusstsein, das zur Aktion gegen bestehende Autorität motivieren soll.


Dem aufmerksamen Leser wird sofort bewusst, dass die Autorität der Bibel ebenso in Frage gestellt wird. Sie verliert ihre Autorität in unserem Leben und sogar in den Gemeinden. Die Gemeinde muss wissen: Sie ist nicht Herrin, sondern die Magd der Schrift; nicht die Mutter, sondern die Tochter; nicht die Urheberin, sondern die Leserin; nicht Richterin, sondern Zeuge und Verteidigerin des biblischen Textes." (10)
Menschliche Autorität wurde durch den Sündenfall zerstört, wirkt repressiv, unterdrückend, egozentrisch und ausbeutend.


Der Gehorsam Gott gegenüber wirkt auf den Christen befreiend, erlösend und wohltuend. Gott führt den Menschen aus der Sklaverei in die Freiheit: "Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen" (Gal. 5, 13). Gott beutelt den Menschen nicht aus, sondern er beschenkt ihn, indem er seinen einzigen Sohn am Kreuz sterben lässt, um den Menschen zu erlösen. Wer die Autorität Gottes anerkennt, der hat die beste Hilfe für die Gestaltung seines Lebens. Wir sind Gott gehorsam, nicht als Knechte, sondern als Kinder (Röm. 8, 14 -17). In diesem Sinne ist auch die Autorität der Bibel zu verstehen und zu akzeptieren. Wenn die Bibel ihre Autorität verliert, dann verliert die Gemeinde Jesu ihre Orientierung. (11) Sie besitzt keine geistlichen Maßstäbe mehr. Sie ist nicht mehr kontrollierbar. Sie fährt auf dem Meer ohne Kompass und erreicht somit den Hafen nicht mehr.


Gottes Wort ist der beste Kompass und das beste Kursbuch für unser Leben. Karl Heim berichtet von einem Treffen mit Hudson Taylor:


"Wir kamen ja aus dem Tübinger Stift, der Hochburg der liberalen Theologie und der Bibelkritik. Wir umringten Hudson Taylor und stellten ihm die Frage: `Wie können Sie so an jedes Wort der Bibel glauben?' Er gab uns zur Antwort: 'Wenn Sie morgen wieder von Frankfurt abreisen wollen, so schlagen Sie das Kursbuch auf und sehen nach, wann der Zug abgeht. Und wenn da steht, um sieben Uhr morgens fährt der erste Zug, so stellen Sie weiter keine Untersuchungen an über die Zuverlässigkeit des Kursbuches, sondern gehen morgens sieben Uhr auf den Bahnhof und finden dort den angegebenen Zug. Genau so, wie Sie es mit dem Kursbuch machen, habe ich es seit, fünfzig Jahren mit der Bibel und ihren Geboten und Zusagen gemacht, und ich habe ihre Weisungen in einem langen Leben auch unter Hunderten von Todesgefahren immer richtig gefunden." (12)



 
< Zurück   Weiter >