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Die Inquisition

Die Inquisition

Wir müssen jetzt auch eines der traurigsten Kapitel dieser Kirche nennen: die Inquisition. Papst Gregor IX. machte 1232 die Dominikaner zu päpstlichen Inquisitoren. Es war nun ihre Aufgabe, Ketzer zu finden, zu bestrafen und wenn nötig, auszurotten.

Dies sollte allgemein durch Verbrennen geschehen. Die Dominikaner hatten sich an bestimmte Verfahren zu halten. So wurde dem Reuigen das Leben geschenkt, doch schwere Bußen wie Geißelung, Gefängnis und Geldstrafen auferlegt. Jeder Rückfällige, wie auch diejenigen, die den Widerruf verweigerten, wurden der weltlichen Obrigkeit zur Bestrafung übergeben. Die Kirche sprach nur das Urteil, die Vollstreckung überließ sie den irdischen Regierungen. Sie wollte ja niemandem wehetun. Die öffentliche und feierliche Vollstreckung der durch die Inquisition verhängten Strafen wurde Autodafé genannt. Nach dem "Wörterbuch der Religionen", Goldmanns Gelbe Taschenbücher, wurden in Spanien über 34.000 Menschen hingerichtet und beinahe 300.000 zu Kerker oder zu den Galeeren verurteilt. Die letzten Ketzerverbrennungen fanden im Jahre 1781 statt. Die höchste Strafe war die Verbrennung; ihr ging entweder zur Milderung die Erdrosselung voraus, oder zur Verschärfung in Spanien eine Versengung mit Stroh. Die Reformatoren hielten an der Verfolgung der Häretiker und an der Todesstrafe für sie fest. Erst die Toleranz - Idee der Aufklärung machte der Inquisition ein Ende, wenn auch das während der Albigenserkriege entstandene päpstliche Sanctum Officium (Heiliges Amt) als eine der päpstlichen Kongregationen, die Suprema Sacra Congregazione des Sant' Officio, bis heute fortbesteht. Der bekannte katholische Kirchenlehrer, Thomas von Aquin, hat gefordert: "Häretiker dürfen nicht allein exkommuniziert, sondern müssen auch mit Recht getötet werden." Seine Lehre fand mehr Gehör als die Botschaft Jesu Christi, der den Vorschlag Seiner Jünger, Feuer vom Himmel fallen zu lassen, um eine Ortschaft zu vernichten, entschieden ablehnte.

Mit der Geschichte der Kirche sind die schrecklichen Begriffe Scheiterhaufen, Hexenverbrennung, Inquisition, Bartholomäusnacht, Religionskriege und andere verbunden. Mehr Menschen haben ihr Leben lassen müssen bei den Verfolgungen durch die Kirchen, als unter den römischen Kaisern. Auch die Protestanten haben Menschen auf die Scheiterhaufen geschleppt, meist wegen der Glaubenstaufe. Aber es muß auch gesagt werden, daß im Mittelalter weit mehr Christen lebten als zur Zeit der römischen Kaiser, wodurch die Zahl der Verfolgten in einem anderen Licht erscheint.

War der Geist des Mittelalters schuld an diesen schrecklichen Verbrechen? Ich denke nicht, denn die im XX. Jahrhundert verübten Greuel stehen denen der Inquisition nicht nach. Erschütternd ist nur, daß die Kirche sich bei ihren Verbrechen auf Gott berief und sie auch heute noch nicht als Verbrechen bezeichnet, sondern zu ihnen steht. Darum müssen wir, wenn die Verhältnisse es erlauben, und die Ziele es geraten sein lassen, mit einer Wiederholung rechnen.

 


Rückseite des Buches

Jesus Christus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich."
"Heilige sie durch die Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit."
Johannes 14,6; 17,17

"Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium verkündigen entgegen dem, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!"
Galater 1,8

"Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.."
Apostelgeschichte 20,32



 
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