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Tatsachen, die ...
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Bibel und/oder Überlieferung?

Jeder Christ sollte über die Römisch-Katholische Kirche genau unterrichtet sein. Zur Begründung dieser Behauptung weise ich auf folgendes hin:


1. Die Römisch-Katholische Kirche ist mit Abstand die größte christliche Kirche. Von den etwa 1,3 Milliarden Christen gehören 900 Millionen zur Römisch-Katholischen Kirche. Das heißt: Mehr als zwei Drittel aller Christen sind Katholiken.


2. Die Römisch-Katholische Kirche wächst zurzeit weit schneller als die evangelische Kirche.


3. Die Römisch-Katholische Kirche nimmt für sich in Anspruch, die "allein seligmachende Kirche" zu sein. Sie behauptet also: Es gibt kein Heil außerhalb der Kirche (J.Neuner - H. Roos,
Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung. "Allein seligmachend", Vatik. Konzil 1870. Seite 368-369. Dieses Lehrbuch wurde von Karl Rahner kommentiert und beinhaltet alle noch heute gültigen Glaubensaussagen der Römisch-Katholischen Kirche.).


4. Sie findet allmählich auch bei der Leitung der evangelischen Kirche Verständnis, und man ist zur Zusammenarbeit bereit.


Wenn man sich diese Tatsachen vor Augen hält: Sie ist mit Abstand die größte, sie wächst schneller als die anderen christlichen Kirchen, sie behauptet, die allein seligmachende zu sein, dann ist es von allergrößter Bedeutung zu wissen, was diese Kirche lehrt, und was ihre Ziele sind. Arbeitet diese Kirche nach den Gedanken Gottes?


Grundlage unserer Beurteilung kann nur die Bibel sein. Wer die Bibel nicht, oder nur beschränkt anerkennt, wird selbstverständlich zu einem anderen Ergebnis kommen. Mit dem können wir uns auch nicht auseinandersetzen, da fehlt die gemeinsame Basis. Sodann dürfen wir die Römisch-Katholische Kirche nicht nach einzelnen Katholiken beurteilen, wie es oft geschieht. Unter den Katholiken gibt es sicherlich anständige, feine, religiöse Menschen. Aber das sagt nichts über die Kirche. Auch unter Gottesleugnern gibt es sympathische Menschen.

Wir haben es nicht mit dem freundlichen Nachbarn zu tun, der jeden Sonntag zur Messe geht, sondern mit einer mächtigen, bis ins Kleinste organisierten Kirche, mit dem Heer von 400.000 Priestern, die sorgfältig geschult und durch Schwur verpflichtet sind, zu den Grundsätzen der Kirche zu stehen.


Am 13. Oktober 1962, dem Tage der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils, mußten sich alle Konzilsväter eidlich und schriftlich unter anderem zu folgendem bekennen: zur Lehre von der heiligen Messe als einem Sühnopfer, zur Lehre vom Fegefeuer, damit die "Armen Seelen" durch die Gebete der Gläubigen Hilfe erlangen können, zur Lehre von der Fürbitte für die Heiligen, von der Römisch-Katholischen Kirche als der Mutter und Lehrerin aller Kirchen, von dem Papst als dem Nachfolger Petri und dem Stellvertreter Christi auf Erden.
Zum Schluß lautet der Eid:
"Desgleichen verdamme, verwerfe und verfluche ich, was dazu im Widerspruch steht, alle falschen Lehren, die die Kirche verdammt, verworfen und für verflucht erklärt hat. Diesen wahren katholischen Glauben, ohne den niemand gerettet werden kann, bekenne ich hiermit öffentlich und halte daran fest bis zu meinem letzten Atemzug." (Ebd.: Schwur der Konzilsväter. Konzil zu Trient 1564. Seite 939-940.)


Beachten wir: Die Bischöfe und Priester der Römisch-Katholischen Kirche verpflichten sich nicht Gott oder Jesus Christus, sondern ihrer Kirche.

Wenn wir eine rechte Vorstellung von der Römisch-Katholischen Kirche gewinnen wollen, müssen wir uns mit ihrer Lehre und mit ihrer Geschichte befassen.

Wenden wir uns zunächst der Lehre zu. Da geht es um die Fragen:

a) Wie steht die Kirche zur Bibel?

b) Sagt sie ihren Anhängern, aber auch allen Menschen, das Evangelium so, wie wir es im Neuen Testament finden?

Das sind entscheidende Fragen, denn wenn die Römisch-Katholische Kirche nicht auf dem Boden der Bibel steht, ist sie für einen wahren Christen nicht tragbar, und wenn sie das Evangelium verfälscht, steht sie nach dem Wort in Galater 1,8 unter dem Fluch, denn da lesen wir: "Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium verkündigen entgegen dem, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht!"

Dann aber dürfen auch wir nicht durch Sympathie für diese Kirche oder Duldung ihrer Tätigkeit den Eindruck erwecken, wir hielten sie für tragbar. Vergessen wir nicht, daß es immer noch einige Menschen gibt, die sich von unserem Urteil in religiösen Fragen beeinflussen lassen. Es geht nicht darum, diese oder jene Kirche zu unterstützen, oder sie zu verdammen, sondern wir müssen herausfinden, ob Gott sie anerkennen kann. Ich wende mich darum an die, die den Willen Gottes tun wollen, an Wahrheitssucher, an Menschen, denen die Wahrheit wichtiger ist als die Ansicht der Vielen und auch wichtiger als ihre eigene Meinung.

Das mag vielen zu radikal erscheinen, besonders den Freunden der Toleranz. Darum frage ich: Ist Gott tolerant? Gott steht immer auf der Seite der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Das geht, um nur ein Bibelwort zu nennen, aus Sprüche 17,15 hervor: "Wer den Gesetzlosen rechtfertigt, und wer den Gerechten verdammt, sie alle beide sind Gott ein Greuel."

Der Herr Jesus nennt die falschen Propheten Wölfe im Schafskleid.

Der Wolf bringt den Schafen nicht Schwierigkeiten, sondern den Tod. Darum kann vor ihm nicht zu eindringlich gewarnt werden. Die Römisch-Katholische Kirche ist eindeutig die große Kirche auf dem Weg zur Macht. Sie duldet niemanden neben sich, sie möchte alle sich einverleiben. Ist ihre Lehre in Ordnung, entspricht sie der Botschaft des Neuen Testamentes? Hier müssen wir zu einem klaren Ergebnis kommen, und uns entsprechend verhalten.

 

Kommen wir zu unserer ersten Frage:

Wie steht die Römisch-Katholische Kirche zur Bibel?

Da kann man oft die Behauptung hören: Die Katholiken halten fest an der Bibel. Ihre Predigten sind viel stärker an das Wort Gottes gebunden, als die der meisten evangelischen Pfarrer. Ich muß zugeben, sie betreiben selten Bibelkritik. Gott wird als der Schöpfer anerkannt, und Jesus als der Sohn Gottes. Die Wunder, von denen die Bibel berichtet, werden nicht in Frage gestellt, auch die Auferstehung Jesu wird nicht angezweifelt. Das hat sich allerdings seit dem II. Vatikanischen Konzil in mancher Beziehung geändert. Die Führung der Römisch-Katholischen Kirche sagt heute:

a) die Bibel enthält Gottes Wort, nicht mehr, sie ist Gottes Wort. (Ebd.: Die Bibel enthält Gottes Wort. 2.Vatikanisches Konzil 1965. Seite 151.)

b) der Schöpfungsbericht ist Bildsprache,

c) Evolution kann nicht ausgeschlossen werden? Wenden wir uns zunächst der Bibel zu.(Ebd.: Evolution kann nicht ausgeschlossen werden. Rundschreiben von Papst Pius XII, 1950. Seite 332)

 

 



Die Römisch-Katholische Kirche hat drei Glaubensquellen: Die Bibel die Überlieferung das päpstliche Lehramt. Wir wollen uns diese Quellen näher ansehen:

 

Die Bibel

Das Alte Testament ist dadurch stark verändert worden, daß die Apokryphen als vollwertige Bücher aufgenommen worden sind. Es handelt sich um sieben Schriften, die nicht zum hebräischen Alten Testament gehört haben. Sie wurden von Hieronimus und Augustin, die beide um das Jahr 400 gelebt, haben, in die Septuaginta und in die Vulgata aufgenommen.

Die Apokryphen lehren unter anderem: das Gebet für Verstorbene, das Gebet zu Heiligen, ewiges Heil ist durch gute Werke zu erlangen. Zudem bringen sie die Lehre vom Fegefeuer. Die Apokryphen stehen in den katholischen Bibelausgaben nicht gesondert in einem Anhang, sondern sie sind eingefügt unter den anderen Büchern, als wären sie gleichwertig.

Nun mag mancher fragen: Macht es denn so viel aus, daß die Apokryphen dazu gekommen sind? Louis Vogel, der zunächst katholischer Priester war, schreibt in seinem Buch: "Mein Zeugnis", daß er erst zur klaren Einsicht in den entscheidenden Glaubensfragen gelangen konnte, nachdem er die Bibel in einer Ausgabe ohne die Apokryphen gelesen hat, denn diese stützen Behauptungen, die der Botschaft des Neuen Testamentes entgegenstehen.

 

Die Überlieferung

Der Bibel gleichwertig ist die Tradition der Kirche, die sich auf die nicht schriftlich festgehaltenen Worte Jesu und die Auslegung der Väter stütze (Ebd.: Tradition: Konzil zu Trient 1546. Seite 87). Diese haben zu den Beschlüssen der Konzilien geführt. So wurde es auf dem Tridentiner Konzil 1545-1563 festgelegt. Quelle der Heilserkenntnis ist die Bibel und die Tradition. Die Auslegung der Bibel steht allein der Kirche bzw. dem Papst zu.

Eine Prüfung aber ergibt, daß die Tradition sich oft nicht mit den im Neuen Testament überlieferten Worten Jesu deckt. Dann aber gibt die Kirche der Tradition den Vorzug. Dafür zwei Beispiele:

a) Im Jahre 1079 wurde der Zölibat beschlossen, das Verbot der Priesterehe. Die Bibel erlaubt geistlichen Führern eindeutig zu heiraten. Wir lesen von der Schwiegermutter des Petrus, er war also verheiratet. Wenn der Apostel Paulus von den Ältesten der Gemeinde spricht, setzt er voraus, daß sie verheiratet sind und Kinder haben.

In l.Korinther 9,5 schreibt er gar: "Haben wir etwa nicht das Recht, eine Schwester als Frau mitzunehmen wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?"

Wenn nun die Kirche den Priestern die Ehe verbietet, steht sie eindeutig im Gegensatz zum Willen Gottes, wie wir ihn im Worte Gottes erkennen.

b) Im Jahre 1870 wurde der Papst für unfehlbar in allen Glaubensfragen erklärt. Der Apostel Paulus aber hat nie für sich in Anspruch genommen, unfehlbar zu sein. In schwierigen Fragen hat er sich darauf berufen, die Lösung vom HERRN empfangen zu haben. Sodann lesen wir in Galater 2,11, daß er Petrus in einer Grundsatzfrage öffentlich widersprach. Nach dem zu urteilen, was wir dort lesen, war Petrus im Unrecht. Und doch behauptet die Römisch-Katholische Kirche, in Glaubensfragen sei der Papst unfehlbar.

Wo also die Tradition, die sich in Konzilsbeschlüssen niederschlägt, im Gegensatz zur Bibel steht, wird allemal der Tradition der Vorrang gegeben. Der Grund ist leicht zu erkennen: Im Gewand der Tradition legt die Römisch-Katholische Kirche das fest, was ihr zur Erreichung ihrer Ziele günstig erscheint. Und da setzt sie sich über die Heilige Schrift hinweg.

 

Das päpstliche Lehramt

Nur die Kirche ist in der Lage, die Bibel richtig auszulegen (Ebd.: Das päpstliche Lehramt entscheidet über rechte Auslegung der Bibel: Konzil zu Trient 1546. Seite 93 ). Damit macht sie es sich sehr leicht. Sie allein entscheidet, was die Bibel wirklich sagt. Dadurch wird die Heilige Schrift zu einem Instrument der Kirche, nicht aber zur Grundlage ihrer Erkenntnis und zur Richtschnur für ihr Verhalten. Wenn sie will, beruft sie sich auf die Bibel, wenn nicht, betont sie die Bedeutung der Konzilsbeschlüsse.

Aber das ist noch nicht alles. Auf dem I. Vatikanischen Konzil von 1870 wurde durch das päpstliche Unfehlbarkeitsdogma sowohl das Schrift wie das Traditionsprinzip ausgeschaltet. Emil Brunner schreibt dazu in: "Das Mißverständnis der Kirche": "Was der Papst als Tradition erklärt, ist Tradition. Der Papst hat nicht nur das Recht, sondern er hat auch die Pflicht, jede kritische Rückfrage, die sich auf die Schrift oder auf die Tradition stützt, als unerlaubt niederzuschlagen, und den, der dabei beharrt, zu exkommunizieren." (Nach P.H.Uhlmann: Die Lehrentscheidungen Roms im Licht der Bibel, Telos 1984)

Es ist weiter wichtig zu wissen, daß im Jahr 1229 auf dem Konzil zu Valencia die Bibel auf das Verzeichnis der verbotenen Bücher, auf den sogen. Index, gesetzt wurde. Die Römisch-Katholische Kirche hat bis in die allerletzte Zeit die Übersetzung der Bibel in die Landessprache bekämpft. Durch die Jahrhunderte wurde der Gottesdienst in der lateinischer Sprache gehalten.

 

Womit sucht die Römisch-Katholische Kirche dieses Verhalten zu rechtfertigen? Sie behauptet:

1. Das Volk kann die Bibel doch nicht verstehen, dazu sind nur geschulte Theologen in der Lage. In den Evangelien aber lesen wir, daß der Herr Jesus zur Volksmenge sprach, daß sie manchmal tagelang bei Ihm ausharrten, um Ihn zu hören. Will wirklich jemand behaupten, die. 5000 und die 4000 Menschen, die dem HERRN in die Einöde gefolgt waren, wären alle Schriftgelehrte gewesen?

2. Die Römisch-Katholische Kirche sagt weiter, die Einheit der Kirche würde in ähnlicher Weise leiden wie die der Evangelischen Kirche, die ja allen die Bibel zugänglich macht. Diese Gefahr besteht. Es muß aber gesagt werden, daß eine Kirche, die uneingeschränkt auf dem Boden der Bibel steht, durch die Verbreitung der Bibel nur gewinnt.

3. Die Römisch-Katholische Kirche erklärt, durch Verbreitung der Bibel würde der Atheismus gefördert. Das ist eine ungeheuerliche Behauptung. Gottes Wort soll die Gottlosigkeit fördern? Das Gegenteil ist der Fall.

 

Das Ergebnis von allem ist, daß die Bibel weithin ausgeschaltet wird, und die Kirche allein bestimmt. Die Beschlüsse der Konzilien sind wichtiger als das Wort Gottes.

 



 

Das Evangelium

Wie steht die Römisch-Katholische Kirche zum Evangelium?

Da stützt sie sich vor allem auf die Sakramente = Gnadenmittel. Diese wirken "ex opera operato", das heißt: vermöge der ihnen innewohnenden Kraft. Ohne Bedeutung ist die Qualität des Spenders oder der Zustand des Empfängers. Alles Heil wird durch die Sakramente vermittelt. Die Kirche allein bestimmt, was Sakrament ist, und sie allein verwaltet sie. Dadurch verfügt die Kirche allein über das Heil!! Nur sie vermittelt das ewige Leben.

 

Daß andere Kirchen oder Gemeinden taufen und das Mahl des HERRN austeilen, trifft die Autorität der Kirche zutiefst. Im Mittelalter hat sie diese Dinge mit Gewalt verhindert.

Was sagt die Bibel zu den Sakramenten? Dieses Wort kommt in der Bibel nicht vor. Wollte man aber von einem Mittel sprechen, das Heil spendet, könnte man das Blut Jesu Christi nennen, denn in l.Petrus 1,18.19 heißt es:

"Denn ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken."

 

Auch das Wort Gottes könnte man ein Sakrament, ein Gnadenmittel, nennen, denn es heißt in Apostelgeschichte 20,32:

"Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben."

 



 
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