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Herausgerufen ... PDF Drucken E-Mail
Dieses Wort aus Jesaja 1 behandelt ein Thema, das so alt ist wie die Geschichte des Volkes Gottes. Zu allen Heilszeiten haben sich die Erlösten wieder selbst gebunden; die Herausgeführten wollten zurück zu Gurken, Fischen und Melonen; die Herausgerufenen kehrten um zur Knechtschaft des Treibers; die Geheiligten suchten unheilige Allianzen. Ägyptens Weltbild war verlockend, Assyriens Stärke wirkte hilfreich, die Geschäftstüchtigkeit der Chaldäer schien vielversprechend. Das fremde Joch muss für die meisten sehr attraktiv sein, weil es die herrliche Freiheit in Christus so gewaltig verschleiern kann. Die große Masse hatte zu allen Zeiten damit Probleme, manchmal  unmerklich degenerierend, bisweilen aber ganz offensichtlich. Stets waren es nur wenige, einzelne Ausnahmen, die sich diesem Trend entzogen und sich bewusst an die Seite ihres Erlösers stellten, – ein Josua, ein Kaleb, ein Elia, ein Jeremia, ein Daniel und einige wenige andere. Man liest gerne ihre Geschichte, predigt über ihre Standhaftigkeit – landauf, landab in Kirchen und Gemeinden, Sonntag für Sonntag. Der geistliche „Zug der Lemminge“ ist dennoch nicht aufzuhalten, unablässig bewegt er sich auf sein apokalyptisches Ziel zu; befremdend, beklemmend anzusehen.

Wie kommt es nur, dass bei diesem wunderbaren Heiland, aus dessem Mund mit jedem Wort Menschen ewiges Leben vermittelt werden kann, – wie kommt es, angesichts dieses herrlichen Evangeliums, vom Wunderbaren Ratgeber, vom Gott-Held, vom Herrn aller Herren und König aller Könige, der aus der Finsternis befreit und in das Licht versetzt, der allen, die ihn bitten, Rettung, Leben, Hoffnung, Zukunft und Wohnung in der himmlischen Stadt ohne Ende schenkt, – dass man lieber unheilige Allianzen eingeht? „Unmöglich!“, wird der einfältige Bibelleser sagen, wo doch Christus all den Seinen eine exakt definierte Einheit in seiner eigenen Person geschaffen hat, – damit die Gefahr der Verbindung mit anderen Mächten, Philosophien und Religion im Ansatz unterbunden bleibt, wie der Kolosserbrief es betont, „unmöglich!“ Dazu bestätigt dies der Epheserbrief, und bekräftigt: „Nicht Mann, noch Frau, nicht Knecht, noch Freier, nicht Skythe usw. ... ihr seid allzumal EINER in Christus. Deutlicher, besser, schöner und richtiger wäre es nicht möglich gewesen. Und wie ist doch dem wahren Wiedergeborenen ums Herz, wenn er einen Bruder trifft, vielleicht zum ersten Mal, wie ist doch die Einheit da! Da muss nichts gemacht, da muss nichts gegründet werden.

Natürlich versteht man einander im Hasenverein ein Stück weit ebenfalls, im Tanzklub und in anderen Interessensgemeinschaften. So besteht ja auch der Anfang einer „christlichen“ Denominationen darin, dass man mit mit einem Bibelwort den Rest der Bibel aushebelt und in der Folge eine Interessensgemeinschaft, einen Verein gründet, es kommt hier zu den skurrilsten „christlichen“ Gemeinschaften, die dann auch noch bemüht sind, Körperschaft zu werden. Deren falsche Basis bildet naturgemäß die Grundlage für das Verlassen der in Christus und seinem Wort gegebenen Einheit. Und wo derlei Gemeinschaften die Welt bevölkern, fühlen sich dieselben im Lauf der Zeit bemüßigt, einen möglichst seichten gemeinsamen Nenner für eine künstliche Einheit zu finden, – und befinden sich dadurch am entferntest Möglichen vom Original des Himmelreichs.
Es würde doch komisch anmuten, wenn ein christliches Ehepaar permanent den Wunsch hätte, eine Einheit in ihrer ehelichen Verbindung herzustellen, den Psychologen bemühte, der dann therapeutisch eine Allianz in ihrer Lebensverbindung herbeiführte. Ein Narrenspiel! Jedermann müsste auf den Gedanken verfallen, da stimmt etwas nicht, da hat mindestens einer der beiden ein Verhältnis mit jemandem Dritten. Womit wir beim Thema wären.
Im August 1846 gründete in London eine internationale und interkonfessionelle Konferenz unter Teilnahme von 12 Nationen und 52 Kirchen die für sie hilfreiche Allianz auf die Initiative eines Freimaurers hin im entsprechenden Tempel. Der Vorsitzende forderte ebendort schon die Gleichberechtigung aller Religionen. 1948 wurde jene weitere Institution gegründet, die die Einheit der Christen auf menschlich-irdischer Basis bis dato zu fördern sucht. Damit wurde auf drastische Weise bewiesen, dass die biblische Einheit in Christus jenen Gruppierungen fehlt, die sich diesen nicht von oben stammenden Einheitsbestrebungen in die Arme werfen. Sehr bezeichnend wirkt dabei, dass die Denominationen, die einem Bund angehören, von eben diesem zur Teilnahme an solcher unseligen Union förmlich gezwungen werden. Fröhlich-gebieterisch winkt die Frau auf dem Tier ihnen zu.
Jahrzehnte sind inzwischen in die Lande gegangen, – es zeichnen sich die von den Initiatoren gewünschten Erfolge ab, bis hin zum beschlossenen Antibekehrungsgesetz und zu begeisterten Briefen an Gemeinschaften, deren Credo auf „er hat keinen Sohn“ liegt, und das wird nicht die letzte Auswirkung bleiben.

Zum Unterschied vom Wirken Gottes trägt das menschliche Tun stets das Problem in sich, dass ihm alles, was es (oft recht euphorisch) beginnt, endlich zum Verhängnis wird, – zur Sünde, wie das Wort Gottes es nennt, zur Zielverfehlung.
Denn anders kann es nicht genannt werden, wenn man die gottgewirkte, tatsächlich gegebene und in Ewigkeit bleibende Einheit im Sohn Gottes, die durch sein bitteres Sterben für unsere Sünden und durch sein unvorstellbar teures Blut, das für uns vergossen wurde und durch seine Auferstehung und Himmelfahrt, ermöglicht und geschaffen wurde, durch menschliche Ersatzhandlungen auf einem religiösen Nebengleis ersetzt.
Ein Wort an die übrige, kleine Herde: Her zum Herrn, wer ihm angehört! Brich mit allen unheiligen Allianzen dieser Welt und ihrer Religionen und halte dich zu Christus und seinem Leib. Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.

Quelle: Komm!
 
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